Erster Tag auf Boa Vista

Mein Fahrrad zusammenbauen und ans Meer fahren. Das hatte ich mir so im Flugzeug überlegt. Natürlich habe ich das dann auch nicht gemacht. Stattdessen habe ich mein Fahrrad zusammengebaut, bin in das nächste Städtchen gefahren, habe rumgestanden und geschwitzt, habe Essen gekauft, habe von einem Polizisten erfahren, dass ich so nicht mit meinem Fahrrad rumfahren darf (Begründung: “it’s not possible“), bin an die Hafenpromenade geschoben, habe Menschen kennengelernt, bin in ein Hostel gegangen, habe noch mehr Menschen kennengelernt, bin wieder in die Stadt gegangen (+ zwei Bier) und habe noch mehr Menschen kennengelernt, habe was gegessen (ui, das erste mal an diesem Tag) und bin schlafen gegangen wie ein Stein.

Das Fahrrad zusammenbauen hat geschlagene zwei Stunden gedauert. So gut ein Fahrrad auch zum fahren geeignet ist, so unpraktisch ist es auch zum fliegen. Doch irgendwann war ich fertig und hatte mein Gepäck verstaut.

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Weiter ging es dann ca. zwei Kilometer zum nächsten Städtchen – Sal Rei. Dort ist ein Hafen und es gibt genug Möglichkeiten um Essen zu besorgen. Ziemlich verdurstet bin ich dort angekommen und habe erst einmal unter einem Baum Rast gemacht. Natürlich hatte ich sofort einige Zuschauer und meine ersten Gespräche auf handfußisch. Nachdem ich mir etwas zu Essen besorgt, und an der Tankstelle Benzin für meinen Kocher gekauft hatte wollte ich weiter an den Strand. Nach 200 Metern wurde ich, von einem Polizisten auf einer Quad, angehalten. Er gab mir auf englisch zu verstehen, dass ich mit meinem Fahrrad nicht fahren dürfe. Zuerst dachte ich noch, mit meinem Rad wäre etwas nicht in Ordnung, doch ich erkannten schnell, dass er der Ansicht sei, es sei verboten mit solch schwer bepackten Rädern zu fahren. Hmm… Natürlich wollte ich mich nicht schon in den ersten drei Stunden mit einem Polizisten anlegen. Ich schob also weiter.. Dort wo eigentlich der Strand hätte kommen müssen, bin ich an einem schönen Hostel vorbei gekommen. Ich bin sehr erschöpft und habe keine Lust mehr einen Ort zum campieren zu suchen. Das Hostel gehört einem gewissen François aus Frankreich und ist…gemütlich. Der große, mit freiem Himmel überdachte Innenhof mit Palmen erinnert ein bisschen an viele Unterkünfte in Marokko. Ich stelle mein Fahrrad an die nächstbeste Wand und setzte mich erstmal hin. Die Mutter von François erklärt mir, dass dieser noch unterwegs sei aber demnächst kommen wird. Ich trinke deshalb erstmal mit einem jungen Mann zwei Bier.
Nachdem ich mein viel zu vieles Gepäck in meinem Zimmer verstaut habe, ziehe ich los.. endlich ..an den Strand.

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Lange konnte ich dort nicht bleiben, mir wurde kalt und der Hunger meldete sich plötzlich bei mir. Mir fiel auf, dass ich den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte. Ich zog also wieder weiter, in Richtung Stadt, zur Essensuche. Ein netter Mann begleitete mich schließlich noch zu einem kleinem versteckten Imbiss, wo ich noch günstig was zu essen bekam.
Völlig erledigt falle ich um halb neun ins Bett und schlafe sofort ein..

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