Ein Tag bis Olinda

P1040231Schon auf dem Segelboot hatten Max und ich uns wie wild durch den Lonely Planet gelesen und sind dabei über eine Beschreibung von einem Hostel gestolpert. Es wurde von einem netten Haus mit großem Garten und Hängematten geschrieben. Das hörte sich für uns beide sehr vielversprechend an. Wir wollten erst einmal ein paar Tage entspannen, keinen Stress haben und gemütlich in der Hängematte liegen und Träume schmieden.
Nach einer letzten Nacht auf der Ana Carolina packten wir unsere sieben Sachen zusammen und waren gegen Mittag bereit zum Aufbrechen. Vorher mussten wir allerdings noch zu einer Polizeistation, um in Brasilien einzuklarieren. Normalerweise erledigt man das zusammen mit dem Kapitän von dem Schiff mit dem man eingereist ist, doch Henrique hatte keine Lust nochmal mit uns loszudackeln. Er war schon den ganzen Morgen unterwegs gewesen, um die ganzen formellen Regelungen in Erfahrung zu bringen. Ein netter Mitarbeiter aus der Marina brachte Rosalie, Max und mich mitsamt unserem ganzen Gepäck, in einem kleinem Boot direkt ans andere Ufer des kleinen Flusses und von dort direkt zur richtigen Polizeistation. Dort wurden wir sehr nett von einen lustigen Polizeibeamten empfangen. Mit unseren Papieren sei alles in Ordnung sagte er, doch könne er uns leider keinen Stempel geben, da wir illegal hergekommen seien. Mithilfe von Google Translate teilte er uns mit, dass es verboten sei mit dem Boot herzukommen. Ich verstand plötzlich nichts mehr. Wieso sollte es verboten sein mit dem Segelboot einzureisen? Nach langem hin und her wurde uns klar was er meinte. Es ist illegal mit dem Boot vom Fluss her zur Polizeistation zu kommen. Wir müssten jetzt zurück und nochmal aussen herum durch die Stadt um zum Haupteingang des Zollgeländes zu gelangen.

– “Mit dem ganzen Gepäck? “

– “Ja, ,mit dem ganzen Gepäck“.

Wir wurden zurück zum Fluss eskortiert. Von dort fuhr uns der nette Marinamann zu einer Stelle am Ufer, die nicht Zollgelände war. Wir quetschten uns in ein Taxi und ließen uns außen herum zum Haupteingang bringen. Mein Billigrucksack aus Mindelo litt sehr. Ein Tragriemen war bereits abgerissen und es war nur noch eine Frage der Zeit bis er völlig auseinander fallen würde.

 

Am Haupteingang warteten wir brav, bis wir eingelassen wurden und standen schließlich eine Stunde später, im selben Büro, vor dem selben lustigen Polizeibeamten wie schon zuvor. Dieser grinste, gab uns unsere Stempel, entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und wünsche uns einen schönen Aufenthalt in Brasilien. Innerlich schüttelte ich den Kopf. Ich dachte immer solch eine Bürokratie gäbe es nur in Deutschland.
Nach dieser Tortur waren wir ziemlich müde und verschwitzt. Es war bereits Nachmittag und es würde nicht mehr allzu lange hell bleiben. Wir P1030641suchten uns ein neues Taxi und Max und ich ließen uns bis direkt vor die Tür des Hängemattenhostels fahren.Dort verabschiedeten wir uns von Rosalie und klopften an. Eine auf den ersten Blick liebe Herbergsmutter öffnete uns das Tor und hieß uns P1040216willkommen. Auf den Weg nach drinnen gab mein Rucksack völlig den Geist auf und zerriss in sieben Teile. Dies war wohl ein Zeichen, dass wir erst einmal hier bleiben sollten.. Wir bezogen unser Zimmer und machten es uns im netten Innenhof in der Hängematte gemütlich. Hier will ich jetzt erst einmal ein paar Tage verschnaufen, dachte ich und ich sah Max an, dass er genau den selben Gedanken hatte. Es wurde mittlerweile dunkel und wir hatten ziemlichen Hunger. Einmal rafften wir uns also nochmal auf um im schönen Olinda etwas zu essen, bevor wir abends müde in unsere Betten vielen. Seit über einem Monat war dies meine erste Nacht auf festem Grund. Ich schlief wie ein Stein..

 

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